Immer der Nase nach!
doppel:punkt NEU 3/2010

Immer der Nase nach!

„Ein Tag ohne Dufterlebnisse ist ein verlorener Tag! „

von Mag. Sabine Hönig
„Mir stinkt’s!“ rufen wir und drücken damit unser Missfallen aus. „Ich kann dich nicht riechen!“ sagen wir zu Menschen, die wir nicht mögen. „Ich verdufte mal schnell!“ flüstern wir, wenn wir unbemerkt verschwinden wollen. Dies sind nur einige Beispiele, die zeigen, wie stark der Geruchsinn in unserer Sprache manifestiert ist.

„Mir stinkt’s!“ rufen wir und drücken damit unser Missfallen aus. „Ich kann dich nicht riechen!“ sagen wir zu Menschen, die wir nicht mögen. „Ich verdufte mal schnell!“ flüstern wir, wenn wir unbemerkt verschwinden wollen. Dies sind nur einige Beispiele, die zeigen, wie stark der Geruchsinn in unserer Sprache manifestiert ist.

Eine Gefahr zu riechen – wie etwa verdorbene Lebensmittel, Feuer oder Krankheit - ist für uns Menschen überlebenswichtig. Selbst bei der Wahl unseres Partners lassen wir uns von unserer Nase leiten. Es ist wissenschaftlich belegt, dass jeder Mensch über die Nahrung und seine Schweißdrüsen eine unverwechselbare Duftnote entwickelt, die auf den biologisch passenden Partner unwiderstehlich wirkt.

Der Duft des Essens macht uns den Mund wässrig. „Wie riecht es?“ müsste die Frage nach gutem Essen eigentlich lauten und nicht „Wie schmeckt es?“, denn unser Geschmackssinn nimmt nur süß, sauer, salzig, bitter und umami (Fleischgeschmack) wahr. Erst unsere Nase vervollständigt das Geschmackserlebnis.

Von unseren fünf Sinnen – Hören, Sehen, Schmecken, Fühlen und Riechen – prägt der Geruchsinn unser Leben am nachhaltigsten. Schon sehr früh, bereits ab dem 42. Tag entwickelt sich beim Embryo der Geruchsinn. Vorlieben für bestimmte Gerüche und Speisen entstehen bereits im Mutterleib. Das Besondere an unserem Dufterleben ist die unmittelbare Verbindung zum Emotionszentrum im Gehirn. Alle Gerüche, die wir wahrnehmen, wandern direkt von der Riechschleimhaut der Nase über Verstärkerrezeptoren in das Limbische System – die emotionale Schaltzentrale unseres Gehirns. Dadurch ist es uns möglich, unmittelbar auf Gerüche und damit verbundene Emotionen oder Gefahren zu reagieren. Düfte verknüpfen wir mit bestimmten Erinnerungen. Wir riechen Vanille und ein Gefühl von Wärme macht sich breit, wir denken an Kekse und erinnern uns wahrscheinlich an Weihnachten im Kreis der Familie.

Dass Düfte ganz bestimmte emotionale Reaktionen in uns hervorrufen, macht sich die Aromatherapie zunutze. Darunter versteht man die kontrollierte Anwendung von 100% naturreinen ätherischen Ölen, um die körperliche, geistige und seelische Gesundheit zu erhalten und zu fördern. Die Anwendung ätherischer Öle ist eine alte Kunst, die schon 5000 Jahren vor Christus dokumentiert und von den frühen Hochkulturen verwendet wurde. Erst im 10. Jahrhundert gelangt die Kunst des Destillierens ätherischer Öle von Arabien nach Spanien.

Die ätherischen Öle werden meist mittels Wasserdampfdestillation, Expression, Enfleurage oder Extraktion aus den Blüten, Blättern, Früchten, Samen, Rinden, Zweigen und Wurzeln der Pflanzen gewonnen. Sie enthalten die Lebenskraft und alle charakteristischen Merkmale der Pflanzen in hoch konzentrierter Form. Früher wurde dieses „Gold aus der Natur“ sogar gegen Gold aufgewogen.
Die Qualität ist entscheidend für die Wirkung. Für die Herstellung werden hochwertige, biologisch angebaute Pflanzen verwendet. Nur 100% naturreine und schonend gewonnene ätherische Öle dürfen in der Aromatherapie verwendet werden.

Ätherische Öle wirken in zwei Richtungen. Sie nehmen direkten Einfluss auf unsere Emotionen und können z. B. bei der Erzeugung positiver, Konzentration fördernder, aufhellender oder entspannender Stimmungsbilder eingesetzt werden. Die enthaltenen biochemischen Stoffe der Pflanze sprechen die körperliche Ebene an. Naturreine ätherische Öle setzen sich aus einer Vielzahl verschiedener Inhaltsstoffe zusammen. Nicht nur jeder Inhaltsstoff für sich alleine, sondern das Zusammenwirken aller Inhaltsstoffe macht die spezielle Wirkung aus. So können ätherische Öle u. a. desinfizierend, antiseptisch und antiviral, Schmerz lindernd, Entzündung hemmend, Haut pflegend und stärkend auf das Immunsystem wirken.

Wichtig bei der Anwendung ist neben hervorragender Qualität auch das Wissen um die Inhaltsstoffe, deren Wirkung und mögliche Vorsichtsgebote in der Anwendung. Gerade wegen der hohen Konzentration sollten ätherische Öle sparsam dosiert und verantwortungsvoll eingesetzt werden. Eine Beratung bei einer ärztlich geprüften AromapraktikerIn stellt sicher, dass die gewünschte Wirkung erzielt wird. Bei verantwortungsvoller Anwendung in richtiger Dosierung ist die Aromatherapie für Menschen aller Alterstufen geeignet.

Die Möglichkeiten der Anwendung sind vielfältig. Von der Raumbeduftung (Aromalampen, Diffusern oder Duftsteinen), der Trocken- oder Dampfinhalation, der energetischen Aroma-Körperarbeit, verschiedenen Massagearten in Verbindung mit ätherischen und fetten Ölen, dem Aromabad, der Anwendung von Kompressen und Wickeln, bis hin zur Aromaküche ist alles möglich.

Die Aromatherapie lässt sich sehr gut mit der konventionellen Schulmedizin und mit dem Großteil anderer ganzheitlicher Methoden kombinieren. Das Ziel der AromapraktikerIn ist es, das Wohlbefinden der KundInnen zu erhöhen und ausgleichend auf Körper, Geist und Seele zu wirken. Richtig eingesetzt werden Selbstheilungskräfte aktiviert, das Immunsystem unterstützt und die Lebensqualität erhöht. Die Aromatherapie ersetzt allerdings nicht die diagnostische Klärung und Behandlung durch den Arzt bei körperlichen Beschwerden oder Krankheiten!

meta-sense e.U. verbindet klassische Beratung und Coaching mit der Aromapraxis. Vor allem bei nachhaltiger Stressbewältigung und Burn-Out-Prävention hat sich die beruhigende Wirkung der ätherischen Öle – vor allem in Kombination mit der Aroma-Körperarbeit - schon vielfach bewährt. Eine enge Zusammenarbeit mit Ärzten und Therapeuten ist Voraussetzung.

Mit duftenden Give-Aways, Briefpapier, Visitenkarten etc. unterstreichen Firmen immer häufiger ihr Profil. Ganz gezielt setzen Seminaranbieter und Hotels auf die Beduftung von Räumen und prägen sich damit bei ihren Kunden ein.
Beim Kauf ätherischer Öle gibt ein Mindestbeschriftung eine gewisse Sicherheit hinsichtlich der Qualität:

1. Bezeichnung „100 % naturreines ätherisches Öl“
2. Deutscher Pflanzenname
3. Botanischer Pflanzenname eventuell Ct. (Chemotyp)
4. Verwendeter Pflanzenteil
5. Herstellungsart
6. Herkunftsland der Pflanze
7. Chargennummer
8. MHD = Mindesthaltbarkeit
9. Gefahrenkennzeichnung

Auch der Preis ist ein Indiz für gute Qualität. 1 ml bulgarisches Rosenöl kostet rund € 35,-, 1 ml Melisse (melissa officinalis) etwa € 21,-; für 10 ml Lavendel extra (Lavandula angustifolia) gibt man um die € 12,- aus und für 10 ml Orangenöl (Citrus sinensis) kann man mit € 4 bis 5,- rechnen.

Bioqualität oder Öle aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) sind je nach Öl bis zu € 1,-- teurer. Sehr teure und intensiv riechende ätherische Öle wie Rose, Melisse oder Neroli werden zur leichteren Dosierbarkeit oft mit Jojobaöl verdünnt angeboten. Das stellt keine Qualitätsminderung dar, sofern das Verdünnungsverhältnis angegeben ist.

Wenn die Anwendung der wertvollen Essenzen über den reinen Wohlfühleffekt hinaus auch eine Wirkung entfalten soll, dann muss auf höchste Qualität geachtet werden. meta-sense e.U. wählt Lieferanten für ätherische Öle, Pflegeprodukte und biologisch abbaubarer Reinigungsprodukte mit ätherischen Ölen sorgfältig aus und fordert Sicherheitsdatenblätter, Qualitäts- und Biozertifikate ein und überprüft Etiketten.

Ätherische Öle sind ein wertvolles Gut des täglichen Lebens, sei es in der Erhaltung der Gesundheit, Hautpflege oder Aromaküche. In diesem Sinne stellen wir ein altägyptisches Sprichwort an den Schluss:

„Ein Tag ohne Dufterlebnisse ist ein verlorener Tag! „

Mag. Sabine Hönig
Geschäftsführerin meta-sense e. U.
Unternehmensberaterin, Trainerin, Caoch und ärztlich geprüfte Aromapraktikerin
Schwerpunkte: Nachhaltige Stressbewältigung und Burn-Out-Prävention, Entwicklung der persönlichen Work-Life-Balance, Konfliktmanagement nach GFK, Kommunikation, Moderation & Präsentation, Aromatherapie